Die Stadt Neustrelitz liegt in einer der schönsten deutschen Landschaften, inmitten der Mecklenburgischen Seenplatte, deren Oberflächengestalt durch die letzte Eiszeit geprägt wurde. Hügel und Hunderte von Seen, oft inmitten ausgedehnter Wälder, machen den Reiz der Region aus. Der Name Strelitz ist slawischen Urspungs. Die Radarier, ein westslawischer Stamm, hatte sich hier eine Burg errichtet und ihre Verteidiger   - die Strelitzen - gaben dem Dorf am Fuße der Burg ihren Namen. Strelitz ist 1278 erstmals urkundlich erwähnt.

Architektonische Kostbarkeiten von Barock bis Moderne, kulturelle Traditionen und eine Parklandschaft, die Stadt und Natur unmittelbar verbindet, bestimmt bis heute das Flair von Neustrelitz, der 1733 gegründeten Residenzstadt der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz, rund 100 Kilometer nördlich von Berlin und rund 120 Kilometer südlich der Ostsee.

  Neustrelitz entstand als spät barocker Planstadt, nachdem die wenige Kilometer entfernte ursprüngliche Residenz Strelitz im Jahre 1712 abgebrannt und zwischen 1726 und 1731 ein Jagdschloss am Zierker See zum neuen Residenzstadt ausgebaut worden war.

Europaweit einzigartige ist der vom quadratischen Markt ausgehende achtstrahlige Straßenstern in direkter Nachbarschaft des weitläufigen Schlossgartenareals.

Einen herrlichen Rundblick auf die Stadt und ihr Umland genießt der Neustrelitz-Besucher von dem im toskanischen Stil erbauten Turm der Stadtkirche aus.

Im 19. Jahrhundert wurde das Stadtbild von Neustrelitz baulich durch den Schinkel-Schüler Friedrich Wilhelm Buttel geprägt, der im Auftrag des Großherzogs Kirchen, Repräsentanzbauten und Wirtschaftsgebäude errichtete.

 

Bild: Stadtkirche

Nach Plänen Buttel's wurde 1840 bis 42 auch der Kammerkanal erbaut, die schiffbare Verbindung bis nach Berlin und Hamburg. Ein Hafen am Zierker See entstand.

Mit der Eröffnung des Eisenbahnverkehrs von Berlin nach Stralsund (1877/78) beziehungsweise Rostock (1886) erhielt der Fremdenverkehr Neustrelitz Aufschwung.

 

Bild: Orangerie

 
  Die Seen um die Stadt waren insbesondere in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die " Badewanne " der Berliner. Die Hauptachse des Schlossgartens wurde 1731/32 von Julius Löwe angelegt, der Schlossgarten selbst im 19. Jahrhundert zum englischen Landschaftspark umgestaltet. Die Orangerie wurde 1755 als Winterquartier für Mittelmeerpflanzen errichtet und 1840-42 von Buttel umgebaut.

 

Bild: Amtsgericht

  Zum erhalten gebliebenen schönen Schlossgartenensemble mit seinen vielen Skulpturen, Brunnen und alten Bäumen, gehören so wertvolle Bauten wie die neugotische Schlosskirche, die klassizistische Orangerie, der Marstall, der Hebetempel und die Gedächtnishalle für Königin Luise von Preußen.

Die Gemahlin von Friedrich Wilhelm III.  war eine geborene Prinzessin zu Mecklenburg-Strelitz. Einer ihrer Söhne wurde als Wilhelm I.  deutscher Kaiser, eine Tochter Zarin von Russland. Königin Luise starb am 19. Juli 1810 nahe Neustrelitz auf Schloss Hohenzieritz.

Daß Neustrelitz sich als kulturelles Zentrum der Seenplatte versteht, beweist die Stadt seit Jahren mit dem " Neustrelitzer Kultursommer ", der mit zahlreichen Veranstaltungen und Festen Publikum anzieht. Der malerische Schlossgartens ist im Juni/Juli Schauplatz der Schlossgartenfestspielen und wechselnden Freilicht-Operetteinszenierungen des Landestheaters Neustrelitz.

Zum Programm gehören auch Auftritte der deutschen Tanzkompanie, des weltbekannten in Neustrelitz beheimateten Tournee-Tanztheaters.

Neustrelitz ist ein ideales Tor sowohl in den westlichen und östlichen Teil des Müritz-Nationalparks, als auch in die Naturpark Feldberger Seelenlandschaft.

Von Neustrelitz aus erschließt  man über die zahlreichen Seen, Kanäle und Flüsse die mecklenburgische Seeenplatte und erreicht durch diese wunderschöne Landschaft selbst Berlin und  Hamburg. 

Neustrelitz ist daher stets eines Besuches wert.

 

 

Bild oben: Schloßkirche

Bild unten: Schloßpark

 

Bild rechts: Marktauszug bei Nacht

Bild links: einer der Seen im Schloßpark